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 Hl. Dominikus

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Die neun Gebetsweisen des Heiligen Dominikus

Aus dem Italienischen 'I nove modi di pregare di S. Domenico';

Erste Gebetsweise
 1 - la inclinazione profonda
 

Die erste Gebetsweise war: Er verbeugte sich demütig vor dem Altar, als ob Christus, den der Altar repräsentiert, wirklich und persönlich anwesend wäre und nicht nur im Zeichen.

So steht es im Buch Judit:

"Das Bitten und Flehen der Demütigen
hat dir immer gefallen."


Oft betete der Heilige Dominikus der Länge nach ausgestreckt mit dem Gesicht zur Erde. Dann empfand er Reue in seinem Herzen, und erinnerte sich des Evangeliums.

Dabei sprach er manchmal so laut, dass man es hören konnte:

"Gott, sei mir Sünder gnädig!"
(Lk 18,13b)

 
Zweite Gebetsweise
2 - la venia 

Dritte Gebetsweise
 3 - la disciplina
 

Aus dem Vorhergesagten folgte für Dominikus als natürliche Konsequenz, dass er aufstand, sich mit der Eisenkette schlug und sprach:

"Deine Zucht hat mich wieder auf das Ziel ausgerichtet."
(Aus den Psalmen)


Vor dem Altar stehend betrachtete er mit festem, durchdringenden Blick das Kreuz. Immer wieder kniete er nieder.

So brachte er manchmal die ganze Zeit zwischen der Komplet und Mitternacht vor dem Kreuz zu, bald kniend, bald stehend und sprach:

"Herr, wenn du willst,
kannst du machen, dass ich rein werde."
(Mt 8,2)

 
Vierte Gebetsweise
4 - la genuflessione  

Fünfte Gebetsweise
 5 - la contemplazione in piedi
 

Unser Heiliger Vater Dominikus stellte sich manchmal aufrecht und frei vor dem Altar. Dann hielt er die Hände vor der Brust ausgebreitet, als hielte er ein geöffnetes Buch.

Zuweilen faltete er seine Hände und hielt sie vor seine geschlossenen Augen und versenkte sich ganz in sich selbst.

Oder: Er erhob die Hände in Schulterhöhe, wie es der Priester bei der Feier der Messe zu tun pflegt. Er schien dann auf Worte zu hören, die vom Altar gesprochen wurden.


Zuweilen sah man den Heiligen Dominikus mit ausgebreiteten Armen und ausgestreckten Händen in Form eines Kreuzes beten.
Dabei stand er so aufrecht, wie er konnte, und sprach:

"Herr, du Gott meines Heils, zu dir schreie ich am Tag und bei Nacht... Jeden Tag, Herr, rufe ich zu dir; ich strecke nach dir meine Hände aus" (Ps 88,2; 10b), ebenso:

"Herr, höre mein Gebet, vernimm mein Flehen; und erhöre mich bald, Herr." (Ps 143,1a; 7)

 
Sechste Gebetsweise
6 - a braccia aperte  

Siebte Gebetsweise
 7 - a mani protese verso il cielo
 

Oft sah man Dominikus beim Gebet, wie er sich mit seiner ganzen Größe zum Himmel reckte. So stand er da mit über den Kopf erhobenen Händen, die ausgestreckt und gefaltet waren.

Man glaubte dann, dass er in diesem Augenblick entrückt wurde und im Gebet die Gaben des Heiligen Geistes für den von ihm gegründeten Orden empfing.

Zuweilen hörten seine Mitbrüder, wie er deutlich betete:

"Höre mein lautes Flehen, wenn ich zu dir schreie, wenn ich die Hände zu deinem Allerheiligsten erhebe. (Ps 28,2)

Er sprach die Worte aus dem Psalm:

"Wohlan, nun preiset den Herrn, all ihr Knechte des Herrn... zu nächtlicher Stunde / Erhebt eure Hände zum Heiligtum." (Ps 134,1;2)

"Herr, ich rufe zu dir. Eile mir zu Hilfe; höre auf meine Stimme, wenn ich zu dir rufe... wenn ich meine Hände erhebe" (Ps 141,1;2)


Oft begab sich Dominikus alleine an einen Ort, um zu lesen oder zu beten. Er sammelte sich im Stehen vor Gott und setzte sich still hin.

Dann öffnete er ein Buch, zuvor aber bezeichnete er sich mit dem Kreuz.

Er las und wurde mit Freude erfüllt, als ob er Gott sprechen höre, wie im Psalm gesagt wird:

"Ich will hören, was Gott redet." (Ps 85,9a)

 
Achte Gebetsweise
8 - la meditazione  

Neunte Gebetsweise
 9 - in viaggio
 

Wenn Dominikus von einem Land in ein anderes ging, besonders wenn er sich gerade in der Einsamkeit befand, hatte er Freude daran zu meditieren, sich der Kontemplation hinzugeben.

Und zuweilen sagte er zu seinen Weggefährten das Wort bei Hosea:

"Ich will sie in die Wüste hinausführen
und sie umwerben.
(Hos 2,16b)


Bildnachweis: Manos. Ross. Bibl. Vat.

 

 

 
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